Ausstellung im Residenzschloss Altenburg

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Viele klangvolle Namen lassen sich mit Altenburg verbinden, gleich aus welchen Bereichen. Immer sind es Persönlichkeiten, die weit über die Grenzen unserer Stadt hinaus wirkten oder aus der Ferne das Geschehen in Altenburg prägten. Ohne Zweifel gehört Georg Spalatin zu jenen Personen von Rang.

 

In Jahr 2014, das innerhalb der Reformationsdekade der EKD unter dem Thema „Reformation und Politik“ stant bis 2017, würdigen die Ausstellungsmacher einen Altenburger, der wie kaum ein anderer prädestiniert ist, symbolisch genau für dieses Thema zu stehen:

 

Georg Spalatin, der vor genau 531 Jahren als Georg Burckhardt in der kleinen fränkischen Stadt Spalt das Licht der Welt erblickte.

Geraume Zeit danach, 1511 kommt Spalatin zum ersten Mal nach Altenburg. Für seine Arbeit am Hof des sächsischen Kurfürsten Friedrich des Weisen erhält er eine Stiftsherrenstelle im Kollegiatstift St. Georg auf dem Altenburger Schloss. Noch spielt die Stadt im Leben des Prinzenerziehers, des späteren kurfürstlichen Geheimsekretärs und Seelsorgers keine besondere Rolle. Dafür bestimmt die Freundschaft zu Martin Luther, die wohl kurz vor dessen Thesenanschlag an der Wittenberger Schlosskirchentür beginnt, zunehmend sein Leben und Denken. Diese Freundschaft, die auch als ein Musterbeispiel für besonders feinsinnige Diplomatie gelten kann, hat wohl wesentlich zur Durchsetzung und zum Fortbestand der Reformation beigetragen. Georg Spalatin agiert zwischen Martin Luther und dem Kurfürsten Friedrich dem Weisen, er entschärft Konflikte, verhindert Auseinandersetzungen und erntet dabei nicht immer den Dank seines Freundes.
Ort dieses Geschehens ist auch Altenburg, so im Frühjahr 1519, als es im Haus Georg Spalatins unterhalb des Schlosses zu einer Begegnung zwischen dem päpstlichen Nuntius Karl von Miltitz und Martin Luther kommt. Doch auch dieses Ereignis bleibt für die Altenburger eher noch unbemerkt, erst als die Reformation die Stadt erfasst und Georg Spalatin nach Gabriel Zwilling und Wenzeslaus Linck hier Pfarrer wird und sein Amt in der St. Bartholomäikirche antritt, beginnt für den Freund Martin Luthers ein Lebensabschnitt, der ihn fortan mit unserer Stadt verbindet.

Dürer Apokalyptische Reiter

Holzschnitt, 16. Jahrhundert
Dürer: Apokalyptische Reiter.

 

Als Pfarrer und bald darauf auch als Superintendent gilt sein Wirken dem neuen Glauben. Doch noch immer steht er auch im Dienste des sächsischen Kurfürsten, nunmehr Johann des Beständigen , dann Johann Friedrich des Großmütigen. Ab 1540 ist Georg Spalatin, mittlerweile mit einer Altenburgerin verheiratet, auch direkt Bewohner unserer Stadt. Zuvor lebte er mit seiner Familie vor dem Burgtor in einer der Altenburger Vorstädte. Bis zu seinem Tod lebt der Reformator in seinem Haus direkt bei der St. Bartholomäikirche.
All diese Fakten sind Anlass, zum ersten Mal in der Geschichte unserer Stadt Georg Spalatins Leben und Werk in einer einzigartigen Sonderausstellung umfassend zu würdigen. In acht Ausstellungsräumen im Residenzschloss wird mit Hilfe von weit mehr als dreihundert originalen Sachzeugen, die uns fast fünfzig Leihgeber aus dem In-und Ausland zur Verfügung stellen, die Lebens- und Geisteswelt Georg Spalatins gezeigt.
Zu den einzigartigen Exponaten gehören neben der Bibel aus dem Besitz des Reformators auch die von ihm verfasste, vierbändige Chronik der Sachsen und Thüringer sowie zahlreiche Autographen. Von besonderer Bedeutung ist dabei wohl auch jener Briefwechsel zwischen Martin Luther und Georg Spalatin, in dem es um die Übersetzung des Johannes-Evangeliums geht. Außerdem ist es gelungen, anhand eines 1545 verfassten Inventars das Haus, vor allem aber dessen Einrichtung und Ausstattung zu rekonstruieren.
Kurzum, die Stadt Altenburg freut sich, eine Ausstellung zeigen zu können, die Georg Spalatin in gebührender Weise würdigt und ehrt.

 

Kennen Sie das Haus eines Reformators?

Lassen Sie sich von der Frau Georg Spalatins,Katharina Spalatin, durch die nachgebildeten Räume führen. Die virtuelle Rekonstruktion bietet Ihnen die Möglichkeit, sich einen einzigartigen Zugang zum Alltag des Reformators und seiner Familie zu erschließen. Grundlage dafür bilden die im Stadtarchiv Altenburg gefundenen Inventarlisten des Hausstandes von Georg Spalatin.

Bildschirmdarstellung der virtuellen Führung durch das Spalatin- Haus