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„So Spannendes noch nie erlebt“

Sonderausstellung über Georg Spalatin eröffnet

In schöner Regelmäßigkeit werden im Altenburger Residenzschloss sehenswerte Sonderausstellungen gezeigt. Doch auch das in dieser Hinsicht etwas verwöhnte Altenburger Publikum dürfte die neuste Sonderausstellung, die Leben und Wirken des Georg Spalatin würdigt, in Erstaunen versetzen. Die Macher haben einen beträchtlichen Aufwand betrieben, um die historisch außerordentlich wichtigen Leistungen des „Steuermanns der Reformation“ dem Vergessen zu entreißen. Überdies informiert in der St. Bartholomäikirche, in der Spalatin bis zu seinem Tod im Jahre 1545 arbeitete, eine Dauerausstellung über den bedeutenden Weggefährten Martin Luthers. 

 

Zur feierlichen Eröffnung der Ausstellungen kam am vergangenen Sonnabend viel Prominenz in die Stadt, allen voran die beiden Schirmherrinnen, Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht und Landesbischöfin Ilse Junkermann. Dem Ereignis angemessen begrüßte Oberbürgermeister Michael Wolf die rund 200 Ehrengäste im Festsaal des Residenzschlosses. Das Stadtoberhaupt dankte den vielen Unterstützern und sagte: „Ich bin stolz, dass es das kleine Altenburg geschafft hat, beim großen Thema Reformation eine Rolle zu spielen“.

 

Die Ministerpräsidentin zollte der Stadt Anerkennung. „Heute ist ein denkwürdiger Tag für das Kulturland Thüringen“, sagte Christine Lieberknecht im Festsaal zu den Ehrengästen. Und weiter: „In Altenburg ist Geschichte geschrieben worden und es schreibt heute weiter Geschichte“.

 

Kurator Dr. Hans Joachim Kessler vermochte es dann mit wenigen Worten, die Neugier auf die Ausstellung zu wecken. Seit 40 Jahren sei er mit dem Altenburger Residenzschloss verbunden, aber „so etwas Spannendes habe ich noch nie erlebt“, so der Historiker.

 

Ein weit gereister Ehrengast wurde besonders herzlich begrüßt: Udo Weingart, erster Bürgermeister der Stadt Spalt. In der fränkischen Stadt erblickte Georg Spalatin 1484 das Licht der Welt. Der Bürgermeister zeigte sich erfreut darüber, dass Altenburg dem Freund und Förderer Martin Luthers eine große Ausstellung widmet und kündigte an, dass schon in dieser Woche der erste Besucher-Bus von Spalt nach Altenburg fahren werde.

 

Nach der gelungenen Auftaktveranstaltung herrscht allgemein Zuversicht, dass in den nächsten Wochen und Monaten viele auswärtige Kulturtouristen nach Altenburg kommen werden, um die große Sonderausstellung zu sehen. Der Weg ins Residenzschloss lohnt sich: Insgesamt werden in acht Räumen auf 400 Quadratmetern 250 Exponate präsentiert, es wurden eigens 42 Vitrinen mit integrierter Beleuchtung gefertigt. Ein Höhepunkt auf dem Ausstellungsrundgang ist sicherlich der Blick in Spalatins virtuelles Haus, durch das die Stimme seiner Frau Katharina führt. Die Schau zeichnet sich durch einen ungewöhnlichen Facettenreichtum aus. Zu sehen sind kuriose Dinge wie ein mit Büchern vollgestopftes Fass und ein sogenanntes Faulbett, in dem Spalatin in der Mittagszeit ein Nickerchen zu halten pflegte. Das wertvollste Exponat ist die von Spalatin kunstvoll gestaltete „Chronik der Sachsen und Thüringer“. Der Versicherungswert aller Exponate summiert sich auf eine siebenstellige Summe.

 

Die Sonderausstellung im Residenzschloss wird bis zum 2. November dieses Jahres gezeigt, geöffnet ist täglich (außer Montag) in der Zeit von 9.30 bis 17 Uhr. Weitere Informationen telefonisch im Schlossmuseum unter (03447) 512712 oder jederzeit online: www.spalatin-2014.de.

 

Gez. Bettels

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